Website-Kosten für Handwerker — Warum 99€/Monat das bessere 5.000€-Angebot ist
Letzte Woche rief mich ein Dachdecker an. „Daniel, ich hab ein Angebot über 7.800€ für eine Website. Ist das okay?" Ich hab fast meinen Kaffee ausgespuckt. Also hab ich nachgefragt: Was ist drin? Hosting? Nein. Domain? Nein. Pflege? „Nach Aufwand." SEO? „Kostet extra."
7.800€ — und die Website läuft auf irgendeinem Billig-Hoster, wird nie aktualisiert, und wenn in 2 Jahren was nicht mehr funktioniert, ruft der Kollege nicht mehr zurück. Weil er schon das nächste 7.800€-Projekt verkauft. Das ist kein Einzelfall. Das passiert JEDE Woche.
Eine Website ist kein Produkt, das man kauft und dann „hat". Eine Website ist wie ein Firmenwagen — sie kostet laufend. Wer dir was anderes erzählt, will nur deine Unterschrift.
Die zwei Modelle — und warum Monatspakete meistens fairer sind
Modell 1: Einmalpreis (590€ – 15.000€)
Du bezahlst einen Festpreis, bekommst die Website, und danach: „Tschüss, viel Erfolg." Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, Updates, Sicherheits-Patches — alles dein Problem. Oder du buchst einen Wartungsvertrag obendrauf. Kostet dann halt nochmal 49–99€/Monat extra.
Das Modell funktioniert gut, wenn du jemanden im Betrieb hast, der sich um Technik kümmert. Wenn deine Nichte „was mit Computern macht" und du im Zweifel bei ihr anrufen kannst. Für die meisten Handwerker ist das keine Option. Die haben genug mit ihrem eigentlichen Job zu tun.
Modell 2: Monatlich (99€ – 399€/Monat)
Du bezahlst einen monatlichen Festpreis. Dafür bekommst du: Website, Domain, Hosting, SSL, regelmäßige Updates, Backups, Sicherheits-Checks, SEO-Basis, und wenn was nicht läuft — eine Nummer, die rangeht. Ohne „nach Aufwand", ohne versteckte Stunden.
Das Modell ist für 90% der Handwerksbetriebe das bessere. Nicht weil es billiger ist — über 3–5 Jahre gerechnet zahlst du ähnlich viel. Sondern weil du Planungssicherheit hast. Keine Überraschungen. Kein „das Update kostet nochmal 400€".
Und das Beste: Wenn deine Website nach 2 Jahren veraltet aussieht oder ein Feature fehlt — ist das im Monatspreis meistens mit drin. Weil dein Webdesigner will, dass du zufrieden bleibst. Sonst kündigst du.
Die echten Kostenfresser — was beim Angebot nicht steht
1. Domain & Hosting. Klingt banal, sind aber 10–30€/Monat. Frag bei jedem Einmalpreis-Angebot explizit: Ist Hosting im ersten Jahr inklusive? Was kostet es ab Jahr 2? Wer verwaltet die Domain? Wer verlängert sie? Eine abgelaufene Domain bedeutet: Website weg, E-Mail weg, Google-Ranking weg.
2. SSL-Zertifikat. Das grüne Schloss in der Browserzeile. Ohne geht's nicht — Google stuft Seiten ohne SSL ab, Browser zeigen „Nicht sicher"-Warnungen. Kostet 0–150€/Jahr. Bei Monatspaketen fast immer inklusive. Bei Einmalpreisen: „Ach, das brauchen Sie auch noch?"
3. Updates & Sicherheit. Eine Website ist Software. Software hat Sicherheitslücken. Werden die nicht gestopft, wird deine Seite gehackt, verbreitet Schadcode, oder landet auf einer Google-Blacklist. Das passiert ständig — ich seh's alle paar Wochen bei Betrieben, die ihre Website seit 2019 nicht angefasst haben.
4. Änderungen. Neue Telefonnummer? Andere Öffnungszeiten? Ein neues Leistungsbild, das auf die Website soll? Bei Einmalpreisen: Kostet extra, oft 65–95€/Stunde. Bei Monatspaketen: Oft im monatlichen Pflege-Kontingent enthalten.
5. SEO. Eine Website, die niemand findet, ist wertlos. Basis-SEO (Title-Tags, Meta-Descriptions, saubere URLs, Google-Eintrag) muss drin sein. Bei guten Monatsangeboten ist es das. Bei Einmalpreisen heißt's dann: „SEO machen wir nicht."
Konkrete Preisbeispiele aus der Praxis
| Basis-Website | 199€/Monat | 5–7 Seiten, Kontaktformular, mobil-optimiert, DSGVO-konform. Domain + Hosting + SSL inklusive. SEO-Basis. Pflege 2 Std./Monat. |
| Premium-Website | 399€/Monat | Alles aus Basis. Plus: Individuelle Tools (Rechner, Konfiguratoren, Buchungssysteme). Erweiterte SEO. Vor-Ort-Besuche. Prioritäts-Support. |
Oder als Einmalpreis: 2.999€–13.999€ — zzgl. Hosting, Domain, Pflegevertrag. Auf 5 Jahre gerechnet landest du in derselben Größenordnung. Die Frage ist nicht „was ist billiger". Die Frage ist: Willst du monatlich zahlen und dir um nichts Gedanken machen? Oder willst du kaufen und dich selbst kümmern?
Woran du ein gutes Angebot erkennst
- Alles inklusive. Domain, Hosting, SSL — im Preis. Kein Kleingedrucktes.
- Pflege enthalten. Updates, Backups, Sicherheits-Patches — ohne Zusatzkosten.
- Kündbar. Monatlich kündbar, keine 24-Monats-Verträge. Wenn der Dienstleister gut ist, braucht er keine Knebelverträge.
- Klare Kommunikation. Kein „SEO machen wir drüben in der Marketing-Abteilung". Kein „das ist ein Sonderwunsch". Klare Aussagen, klare Kosten.
- Referenzen. Zeigt mir 3 Handwerker, für die er schon arbeitet. Wenn er keine hat: Warum?
Eine gute Website kostet nicht 500€. Aber eine gute Website kostet auch keine 15.000€. Der faire Bereich liegt irgendwo dazwischen — und der Preis sagt wenig über die Qualität. Die Fragen, die du stellst, sagen mehr.
Daniel Ludmann
KI-Entwickler & Web Designer aus Essen (Oldenburg). Ich baue schnelle, ehrliche Websites für kleine Betriebe.
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