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Web, SEO & KI04.08.2026 · 7 Min.

DSGVO für Handwerker-Websites — Keine Angst, so schlimm ist's nicht

Ich krieg mindestens einmal pro Woche eine Mail: „Daniel, ist meine Website eigentlich DSGVO-konform? Da war so ein Typ von einer Agentur, der meinte, mir drohen 20.000€ Strafe wenn ich nicht SOFORT..." Lass mich raten: Der Typ wollte dir was verkaufen.

Die DSGVO ist kein Monster, das darauf lauert, kleine Handwerksbetriebe zu fressen. Sie ist ein Gesetz, das deine Kunden schützt — und ja, du musst ein paar Dinge beachten. Aber die sind überschaubar. Und nein, es drohen dir keine 20.000€ Strafe, nur weil dein Impressum in der falschen Schriftgröße ist.

Ich bau seit 10 Jahren Websites für kleine Betriebe — vom Ein-Mann-Schreiner bis zum 30-Personen-Dachdecker. Ich hab Abmahnungen gesehen (zwei in zehn Jahren), ich weiß, worauf die Behörden wirklich achten, und ich sag dir jetzt: Es sind fünf Sachen. Nicht 50. Nicht 500. Fünf.

DSGVO ist wie die TÜV-Plakette am Firmenwagen: Ärgerlich, kostet was, aber mit ein bisschen Organisation ist das erledigt. Und dann hast du Ruhe.

1. Impressum — deine digitale Visitenkarte mit Pflicht

Das Impressum ist Pflicht — für JEDE geschäftliche Website in Deutschland. Kein Impressum = abmahnfähig. Und ja, da sind manche Anwälte echt kreativ im Suchen.

Was rein muss:

  • Vollständiger Name (oder Firmenname mit Rechtsform)
  • Anschrift (kein Postfach!)
  • E-Mail-Adresse und Telefonnummer
  • Handwerkskammer + Mitgliedsnummer (falls zutreffend)
  • Umsatzsteuer-ID (falls vorhanden)

Wichtig: Leicht findbar. Nicht irgendwo in der Footer-Leiste zwischen „AGB" und „Presse" versteckt. Klarer Link im Hauptmenü oder Footer: „Impressum".

Das Gute: Impressum schreibst du einmal. Dann bleibt's — außer du ziehst um oder änderst deine Rechtsform. 10 Minuten Arbeit, jahrelang Ruhe.

2. Datenschutzerklärung — ja, du brauchst eine

Jede Website, die personenbezogene Daten verarbeitet (und ein simples Kontaktformular zählt schon dazu!), braucht eine Datenschutzerklärung. Da steht drin: Welche Daten sammelst du, warum, wie lange, und an wen gibst du sie weiter.

Für eine typische Handwerker-Website sind das:

  • Server-Logs: Dein Hoster speichert automatisch IP-Adressen von Besuchern. Das ist technisch nötig, du kannst's nicht verhindern, also muss es in die Erklärung.
  • Kontaktformular: Name, E-Mail, Telefonnummer, Nachricht — was der Kunde eintippt. Du speicherst es zur Bearbeitung. Punkt. Mehr brauchst du nicht zu erklären.
  • Cookies: Wenn deine Seite Cookies setzt (Google Maps, YouTube-Video, Analyse-Tool), muss das rein. Mehr dazu unter Punkt 3.

Hier ein ehrlicher Tipp: Schreib die Datenschutzerklärung nicht selbst. Es gibt Generator-Tools (eRecht24, Datenschutz-Generator.de), die dir einen rechtssicheren Text für 10–20€/Monat generieren. Oder dein Webdesigner macht's — ist bei mir z. B. in jedem Website-Paket drin. Selber schreiben ist wie selbst eine Gastherme einbauen: Kann man machen, sollte man aber nicht.

3. Cookie-Banner — das Ding, das alle hassen

Ja, Cookie-Banner nerven. Aber sie sind Pflicht, wenn deine Website Cookies setzt, die nicht „technisch notwendig" sind. Was heißt das konkret?

KEIN Banner nötig, wenn: Deine Seite nur technisch notwendige Cookies verwendet. Ein Session-Cookie, damit das Kontaktformular funktioniert, oder ein Cookie, der sich merkt, ob du eingeloggt bist. Kein Tracking, kein YouTube-Embed, kein Google Maps. Dann brauchst du keinen Banner.

Banner nötig, wenn: Du Google Analytics oder ein anderes Tracking-Tool einbaust. Oder YouTube-Videos embeddest. Oder Google Maps einbindest. Oder eine Facebook-Like-Box hast. Kurz: fast jede moderne Website.

Der Banner muss: Klar machen, warum Cookies gesetzt werden. Die Möglichkeit geben, Tracking abzulehnen. So einfach zu bedienen sein, dass deine Oma ihn checkt.

Gute Nachricht: Es gibt fertige, kostenlose Cookie-Banner-Lösungen (Cookiebot, Usercentrics, Klaro). Einbauen lassen kostet dich ne halbe Stunde Entwickler-Zeit. Danach: Ruhe.

4. Google Web Fonts — der versteckte Stolperstein

Das ist der Klassiker, mit dem Abmahnanwälte 2022/23 Kasse gemacht haben: Google Fonts lokal einbinden statt von Google-Servern nachladen. Warum? Weil beim Nachladen von Google-Servern die IP-Adresse des Besuchers an Google übertragen wird — und das ist eine Datenübermittlung in die USA.

Seit 2022 gab's da tausende Abmahnungen. Heute weiß das jeder Webdesigner und bindet Fonts lokal ein. Falls deine Website noch von 2019 ist: Kurz prüfen lassen. Ist in 5 Minuten gefixt. Und nein, es kostet dich nicht 20.000€ — es sei denn, du ignorierst drei Abmahnungen und zwei Gerichtsurteile.

5. Bilder & Fotos — Urheberrecht, nicht DSGVO, aber genauso teuer

Streng genommen hat das mit DSGVO nichts zu tun, aber es ist DER häufigste Fehler auf Handwerker-Websites: Bilder von Google oder Herstellerseiten kopiert. Das ist Urheberrechtsverletzung — und die Strafen sind oft höher als DSGVO-Verstöße. Stockfoto-Abmahnungen: 800–1.500€. Pro Bild.

Lösung: Eigene Fotos machen. Oder lizenzfreie Quellen nutzen (Unsplash, Pexels, Pixabay). Oder für Stockfotos bezahlen (Shutterstock, Adobe Stock). Ja, kostet 10€ pro Bild. Nein, das ist nicht zu viel. Abmahnungen sind teurer.

Fazit: 5 Dinge. 30 Minuten Aufwand. Keine Panik.

Jetzt mal ehrlich: Impressum schreiben, Datenschutzerklärung generieren lassen, Cookie-Banner einbauen, Fonts lokal hosten, eigene Bilder verwenden. Das ist die ganze DSGVO-„Problematik" für 95% der Handwerker-Websites. Kein Hexenwerk. Keine 20.000€ Strafe. Kein Grund, schlaflose Nächte zu haben.

Wenn du dir unsicher bist, ob deine Website sauber ist: Schick mir den Link. Ich schau's mir in 5 Minuten an und sag dir, was fehlt. Kostenlos. Nicht weil ich so ein Guter bin — sondern weil ich diesen „DSGVO-Panik-Verkaufstrick" satt habe und jedes Mal innerlich kotze, wenn ein Handwerker mir erzählt, was ihm irgendein „Berater" für Angst gemacht hat.

Die DSGVO ist nicht dein Feind. Dein Feind sind Leute, die aus der DSGVO ein Drohszenario bauen, um dir was zu verkaufen.

Daniel Ludmann

KI-Entwickler & Web Designer aus Essen (Oldenburg). Ich baue schnelle, ehrliche Websites für kleine Betriebe.

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